Die Rote Bank der FRIG steht als Symbol gegen häusliche Gewalt an Frauen
- 12.08.2025 -
FreiRaum - Hilfen für Frauen in Wohnungsnot will auf Gewalt an wohnungslosen Frauen aufmerksam machen
Vom 06.08. bis 15.09. steht die Rote Bank der Freiburger Fachstelle Intervention gegen Häusliche Gewalt (FRIG) vor dem Gebäude in der Schnewlinstraße 2 – als klares Zeichen: Kein Platz für Gewalt an Frauen*. Sie wurde mit einer Veranstaltung willkommen geheißen, bei der es warmes Lächeln, kalten Sekt aber auch mahnende Worte gab.
Gewalt an Frauen* hat viele Gesichter. Sie geschieht körperlich, seelisch aber auch strukturell. Wohnungslose Frauen* erleben Gewalt in besonderem Maße. Sie leben oft im Verborgenen - aus Angst, aus Scham aber auch insbesondere zum Schutz vor Übergriffen. Sie schlafen bei Bekannten, in Notunterkünften und manchmal auch auf der Straße. Sie tragen ihre Verletzlichkeit Tag für Tag mit sich.
Für FreiRaum - unsere Anlaufstelle für wohnungslose Frauen* - steht diese Rote Bank deshalb nicht nur gegen Gewalt, sie steht auch für Sichtbarkeit. Für die Anerkennung der Lebensrealität wohnungsloser Frauen* und für den Appell, genauer hinzuschauen.
Schutz und Hilfe dürfen nicht vom Wohnsitz abhängen - sie sind ein Menschenrecht. Wir sehen die Rote Bank hier vor dem Diakonischen Werk in der Schnewlinstraße, als ein Mahnmal und eine Einladung. Ein Mahnmal für das was Frauen* täglich widerfährt und eine Einladung, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen anstatt wegzuschauen. Wir wollen zeigen, dass Wohnungslosigkeit eine Folge von Gewalt ist und umgekehrt.
Als Diakonisches Werk setzen wir uns für mehr Schutzräume, niedrigschwellige frauenspezifische Angebote und mehr Beratung ein. Wohnungslosigkeit bei Frauen* ist eine Folge von Gewalt an Frauen* und muss auch als solche enerkannt werden.
Jede Frau*, unabhängig von Wohnsitz, sozialem Status, Alter oder Schlafplatz hat das Recht auf Schutz, Würde und auf ein Leben ohne Gewalt!
Wir wollen Sie auf die Rote Bank vor dem Haus der Evangelischen Kirche einladen. Kommen Sie ins Gespräch, setzen Sie sich, machen Sie sich Gedanken. Zeigen Sie Ihre Solidarität und Ihre Anteilnahme mit Selfies oder Bildern und wenn Sie mögen, freuen wir uns über Zusendung Ihrer Fotos und Ihrer Gedanken auf Instagram unter @Hila_freiburg
Es waren mit dabei: Kolleg*innen aus verschiedenen Arbeitsbereichen,
Frau Illers von FRIG Herr Seemann-Regionalleiter Vonovia und Kooperationspartner bei Housing first, Frau Lehmann und Frau Armbruster von OFF, Herr Armbruster und Frau Pfisterer vom Bürgerforum Sedanquartier und Im Grün und neugierige Passant*innen.
[*] Im Allgemeinen verwenden wir das Sternchen, um die Vielfalt der Geschlechter und deren soziale Konstruktion sichtbar zu machen. Zusätzlich soll der Genderstern den Blick für intersektionale Diskriminierungsverhältnisse öffnen. Unter Frauen* verstehen wir Cis und Trans Frauen gleichermaßen. Das Sternchen soll auch hier auf das Sozialkonstrukt "Geschlecht" aufmerksam machen, das Menschen als weiblich bzw. männlich markiert, auch wenn es nicht ihrer Selbstbezeichnung entspricht.